Artist Statement

„Im Mittelpunkt meines Tuns steht mein Wunsch nach intensiver Begegnung – mit der Natur als etwas Größerem und mit den harmonischen und konfliktreichen Elementen in mir selbst. Ich suche eine authentische Kommunikation, die mit Unterschieden nicht bewertend, sondern wertschätzend umgeht. Eine solche Art der Verständigung wünsche ich mir auch im Zusammenleben zwischen uns Menschen – in kleinen und großen Zusammenhängen.
Entsprechend arbeite ich in meinem malerischen Prozess in freier Zwiesprache mit dem Bild. Einem Anfangsimpuls folgend, gehe ich mit dem Bild in den Austausch: Ich fühle mich ein, ich spüre nach, ich respektiere was ist, ich antworte. Manchmal stockt es und braucht Zeit, doch ich vertraue dem Prozess. Am Ende visualisiert ein Bild einen Dialog, im Laufe dessen sich bestimmte Themen herauskristallisiert haben und zur beidseitigen Zufriedenheit „besprochen“ wurden.
Mit dieser Form der Malerei setze ich mich dem Nichtwissen und der Leere aus. Ich lasse mich auf Widersprüche und Emotionen ein, die nicht immer einfach sind. Es ist meine Art, innere Entwicklungsprozesse zu durchleben und mit dem Leben umzugehen. Durch meine Bilder kann ich sie mit anderen Menschen teilen und so neue Begegnungen und Berührung schaffen.

Ich male Landschaften, die zwischen Abbildhaftem und Abstraktion changieren. In meinen Bildern mache ich die Essenz meiner persönlichen Naturerfahrungen spürbar und erzähle dabei Geschichten von Gefühlszuständen, von Entwicklungsprozessen und davon, wie ich mit dem Leben umgehe.
Für mich hat Landschaft viel mit Weite und Offenheit zu tun, und sie gibt mir die Möglichkeit, aus Enge, Druck und schwierigen emotionalen Zuständen auszubrechen. Dies tue ich auch in meinen Bildern: Ich entgrenze und transformiere Landschaft und Natur und mache sie auf eine neue Weise zugänglich.
Es entstehen farbstarke, mittel- bis großformatige Bilder und Werksserien auf Leinwand und Papier, in Acryl, in Aquarell und auch mittels digitaler Medien.

Inspirationen, die ich beim Sein in der Natur und auf Reisen in fremde Landschaften wahrgenommen habe, bilden im Atelier die Basis für meine Bilder, oft noch Jahre danach. Farben sind mir sehr wichtig, ihre Leuchtkraft und ihr Zusammenspiel im Bildraum, ebenso Bewegung und Dynamik – meine Bilder leben und strahlen eine Intensität aus. Ich male in Schichten, um Tiefe und Komplexität zu erzeugen, in einem vielstufigen Arbeitsprozess – zunächst aufgrund eines bestimmten visuellen Impulses, doch dann ohne Konzept intuitiv und mit völlig offenem Ausgang. Der spontane gestische Ausdruck mit Pinsel und Farbe auf Leinwand oder Papier ist von zentraler Bedeutung, sei es im großen Schwung oder in nur angedeuteter Feinheit. Bildelemente und Farben werden vielfach überlagert, verwischt, eliminiert, transformiert. Dabei kombiniere ich die verschiedensten Materialzustände der Farben – von stark verdünnt bis dickflüssig, deckend und klar konturiert. Das Prozesshafte meiner Malerei darf und soll sichtbar werden.”